Ende Juli machte sich eine 14-köpfige Gruppe der Evangelischen Jugend der Propstei Vorsfelde und der katholischen Kirchengemeinde St. Marien aus Fallersleben auf den über 1000 km langen Weg in das kleine französische Örtchen Taizé. Unterwegs stiegen noch ein weiterer Teilnehmer aus Göttingen und eine Mitfahrerin dazu.
Bekannt ist Taizé nicht wegen seiner Größe, sondern wegen der Bruderschaft dort, welche fast das ganze Jahr internationale Jugendtreffen veranstaltet. In den Sommermonaten sind 5000 jugendliche Gäste auf dem Hügel in Taizé keine Seltenheit. Dieses Jahr waren es knapp 4000, davon ca. 800-900 Deutsche.
Beeindruckend ist auch die Logistik; jede Woche, von Sonntag bis Sonntag, die wechselnden Gäste adäquat versorgen und das Leben nach den Grundsätzen „Einfachheit, Barmherzigkeit und Freude“ umzusetzen.
Am Sonntagmorgen angekommen hieß es erstmal Zelte aufbauen und Anstellen fürs Essen. Bei 4000 Leuten eine meist nervige Angelegenheit, aber trotzdem immer eine der besten Gelegenheiten, Menschen aus aller Welt kennenzulernen. Am Nachmittag gab es dann eine Begrüßung und die Einteilung die die Bibel- und Arbeitsgruppen. Abends ging es in die Abendandacht. Für manche ist ein Gottesdienst eine langweilige Sache, aber die Gottesdienste in Taizé mit den meditativen Gesängen, der Stille und den besonderen Gebeten will man nach einer bestimmten Zeit nicht mehr missen.
Ein typischer Tag in Taizé läuft in der Regel strukturiert ab und langweilig wird es nie. Nach dem Morgengebet gibt es ein kleines Frühstück, anschließend hat man je nach Gruppe eine Bibeleinführung oder eine Arbeit, der man nachgeht (es ist unglaublich, aber die Arbeit macht immer Spaß – auch der Klodienst.....)
Nach dem Mittagessen kann man zum Chor gehen, zur Quelle oder die Gegend erkunden. Am Nachmittag gibt es dann wieder ein Programm, wie Bibeleinführung, Gesprächgruppen etc. Danach werden an den meisten Tagen Workshops angeboten, welche auch immer gut besucht sind und sich mit alltäglichen Fragen beschäftigen.
Fast jeden Tag traf sich die Gruppe am „Oyak“. Erheiternde Gespräche und neue Begegnungen, sowie spontane „Werwolf“-Runden (dank einer anderen deutschen Gruppe) machten die Treffen immer lustig, schön und informativ.
Besonders prägend ist bei diesem Leben in Einfachheit das Gemeinschaftsgefühl, denn man ist nie allein in Taizé, egal ob beim Essen, Arbeiten oder Beten. Trotz des Trubels, der permanent um einen ist, kann man sehr gut zur Ruhe kommen und in sich einkehren, egal ob im Gottesdienst, an der Quelle oder einfach im alltäglichen Leben.
Dieses Mal hatten wir auch eine Teilnehmerin, die für eine Woche in die Stille ging, sowie einen Teilnehmer, der sich entschied, ab Donnerstag in die Stille zu gehen. Beide berichten sehr positiv davon.
Die Woche endete mit der Messe, die vom Fernsehen aufgezeichnet wurde. Ein Teil der Gruppe hat sich während der Messe um den Abbau der restlichen Zelte gekümmert und ihre eigene „Abschlussandacht“ vorbereitet und gefeiert. Danach ging es dann wieder Richtung Heimat.
Auch dieses Jahr bleiben wieder viele schöne Erinnerungen, neue Kontakte und zahlreiche Erfahrungen. Wir danken unseren Freunden aus Fallersleben für diese sehr gelungene Kooperation – die nächste Kooperation kommt bestimmt!