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15.04.2014 Kategorie: Vorsfelde - Gemeinde

Karfreitag

Stille: Ruhe für die Seele

Wer heute seine Ruhe haben will, muss ordentlich nach ihr suchen. Die Stille ist ein seltener Gast geworden. Geräusche haben sie verdrängt. Straßenlärm, Bahnlärm und Flugzeuglärm sind an ihre Stelle getreten. Mit Musikstöpseln im Ohr und High Fidelity im Wagen lässt sich das alles leichter ertragen. Bloß stiller wird es dadurch nicht. In einer rastlosen Rund-um-die-Uhr-Gesellschaft, die im Takt der Globalisierung tickt, passen Ruhezeiten offenbar nicht mehr in die Zeit.
                                                      
Als vor einigen Jahren in Frankfurt ein Streit um den Karfreitag entbrannte, wurde es plötzlich laut um die Stille. An Karfreitag muss es ruhig bleiben, sagt Hessens Feiertagsgesetz. Dann haben auch Diskotheken und Musikclubs Pause, was vielen das Geschäft und den Spaß verdarb und für laute Diskussionen sorgte. Vor allem die Evangelische Kirche setzt sich seitdem noch stärker für die Ruhe an diesem Feiertag ein. Und das hat seinen Grund.
 
Stille passt zum Karfreitag, der als Todestag Christi gilt. Dann werden die Uhren angehalten. Danach startet mit Ostern eine neue Zeitrechnung. Dazwischen tut sich ein stiller Raum für das Leid, den Tod und das Leben auf. Ruhige Augenblicke für das Nachdenken, die sonst oft übertönt werden. Stille Momente für Körper und Geist, die sonst im Getöse gerne untergehen. Geräuschlose Zeit für den Glauben, die kostbar ist. Ruhe für die Seele, die sich seit fast zwei Jahrtausenden für die Menschen bewährt hat.

Beitrag von Beate Stecher